Gedankenhygiene

Den Begriff „Gedankenhygiene“ nutze ich gern, weil er sehr gut bildhaft und beinahe greifbar wiedergibt, worauf man wirklich bewusst achten sollte, in meinen Augen sogar „muss“.

Bedenken Sie bitte, dass jeder Gedanke ein Gefühl auslöst, und jedes Gefühl äußert sich früher oder später körperlich. Wenn Sie z.B. denken: „Mir wird bestimmt schwindelig“, dann führt dieser Gedanke zu einem Gefühl der Angst und Hilflosigkeit.

Im Körper wird auf Grund dieses Gefühls ein Stresshormon ausgeschüttet. Ihr Herzschlag wird schneller, Ihr Blutdruck steigt. Die Folge kann tatsächlich sein, dass Ihnen schwindelig wird. Somit hat sich der Gedanke bewahrheitet.

Wenn Sie stattdessen denken „Heute geht es mir gut, es wird ein toller Tag“, dann werden Sie ein positives Gefühl auslösen, vielleicht Zufriedenheit o.ä. Das heißt, Ihre Gedanken erzeugen Gefühle, die sich in Ihrem Körper manifestieren.

Wenn man nun weiß, dass absolut jeder Gedanke irgendein Gefühl auslöst, das Auswirkungen auf den Körper hat, dann erscheint es mir mehr als ratsam, möglichst nur noch das zu denken, was zu positiven Gefühlen und somit zu angenehmen Körperreaktionen führt.

Da man negative Gedanken nicht vollends vermeiden kann, ist es um so wichtiger, sich diesen Gedanken zu „stellen“ und nach Möglichkeit schnellstmöglich aufzulösen. Gehen Sie deshalb Konflikten nicht aus Angst vor Ablehnung oder Kränkung aus dem Weg, sondern versuchen Sie sie in Harmonie und liebevoll aufzulösen, denn Konflikte verschwinden nicht, wenn man sich Ihnen nicht stellt. In Ihrem Inneren bleiben sie bestehen, wirken dort zu Ihrem Nachteil und schwächen Ihre Gesundheit und die Chance auf Erfolg.

Darum ist es sinnvoll, sich klar zu machen, dass man nur das in seinen Kopf lassen sollte, was Sie tatsächlich denken möchten. Ein paar Beispiele, wie Sie auf Ihre Gedankenhygiene achten können:

  • Möchten Sie wirklich morgens, mittags und abends negative Nachrichten über Mord und Totschlag, Überschwemmungen, Unglücke usw. sehen und hören?
  • Was halten Sie für zielführender für einen guten Nachtschlaf? Ei­nen Horrorfilm, ggfs. einen Krimi mit vielen Toten oder alt­er­nativ eine Liebeskomödie mit Happy End?
  • Was ist besser für Ihr inneres Gleichgewicht? Ein netter Abend mit der Familie und Freunden? Oder Streit und Stress, weil Sie ja bei irgendeiner „unglaublich wichtigen“ Sache Recht behal­ten wollen?
  • Was halten Sie für gesundheitsfördernder? Positive Men­schen, die Ihnen ein gutes Gefühl vermitteln, oder „Energie­diebe“, die nur meckern und motzen?

Fragen Sie sich bitte, ob Sie an den vielen „schlechten Nachrichten“, die Sie bisher in Ihrem Leben in den Nachrichten, in der Zeitung oder im Radio erfahren haben, irgendetwas ändern konnten. War es wichtig, zu erfahren, dass ein Terroranschlag verübt wurde? Muss man hierüber wirklich informiert sein? Falls Ja, warum? Um „mitre­den“ zu können?

Ich meine, dass es nur dann sinnvoll sein kann, über Grausamkei­ten, Ungerechtigkeiten und Not informiert zu werden, wenn man selbst etwas unternehmen kann, um zu helfen – in allen anderen Fäll­en kann ich keinen Vorteil oder Nutzen an diesen Informationen er­kennen.

Darum meine nachdrückliche Empfehlung: Betreiben Sie Gedan­kenhygiene, indem Sie mit Ihrer Informationshygiene anfangen. Lassen Sie nur das an sich heran, was für Ihr Leben zielführend ist oder Sie in gute Stimmung versetzt. Leiten Sie Ihre Gedanken auf die positiven Dinge Ihres Lebens. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf das, was Sie glücklich macht und nicht auf das, was nicht gut läuft und Sie (möglicherweise unterbewusst) belastet.

Ein Beispiel: Mutter Teresa wurde zu einer Anti-Kriegs-Demonstration eingeladen. Sie hat abgelehnt. „Ladet mich zu einer Friedens-Demo statt zu einer Anti-Kriegs-Demo ein, dann komme ich“, soll sie sinngemäß geantwortet haben.

Darum: Räumen Sie Ihr Bewusstsein auf und entrümpeln Sie. Lassen Sie nur das in Ihre Gedankenwelt, was positiv und aufbauend ist. Sobald Sie sich dazu entschieden haben, Ihre Gedanken neu zu ordnen und bewusst auf Ihre Gedankenhygiene zu achten, können Sie den nächsten Schritt unternehmen. Erschaffen Sie sich Ihre Wunschwelt.

Dieser Schritt ist alles andere als leicht, da Sie nicht nur auf Ihre Gedanken achten, sondern vorab noch Ihre unterbewussten Glaubenssätze und Blockaden aufgelöst haben müssen. Und dazu müssen Sie felsenfest davon überzeugt sein, dass Sie all das auch „können“.